Vor zwei Jahren wählte die Gesellschaft für deutsche Sprache „Wutbürger“ zum Wort des Jahres. Dieses Wort stehe für die Empörung in der Bevölkerung, „dass politische Entscheidungen über ihren Kopf hinweg getroffen werden“. Exemplarisch dafür ist Stuttgart 21, aber auch die alljährlich stattfindenden Demonstrationen am Rande der Castor-Transporte zeigen diese Aufruhr innerhalb der Gesellschaft.
Franz Walter, Demokratieforscher und Redakteur beim SPIEGEL Online, betont die andauernde und ebenfalls zukünftige Bedeutung der Wutbürger: „Engagierte Bürger werden in den nächsten Jahren ein bleibendes Sozialphänomen darstellen. Denn sie sind protesterfahren, sind hoch qualifiziert und kompetent. Sie (…) haben mittlerweile als “junge Alte” reichlich Zeit -und sie vertreten handfeste, eigene Interessen. Eben das verleiht diesen Bewegungen ihre Schlagkraft.“
Aus diesen Annahmen ergibt sich zusätzlich die Frage, ob es den Protestierenden um Eigennutz und Verhinderung persönlicher Nachteile oder um die Verbesserung der Bürgerbeteiligung und Kritik an der deutschen Demokratie geht. Weiterlesen